Nokita

Seit Herbst 1999 können Kinder, die zur Mittagszeit nur unzureichend versorgt sind, an den Schultagen, also von Montag bis Freitag, im Keller der Lutherkirche zwischen 13 und 16 Uhr eine warme Mahlzeit einnehmen. Die dort angebotenen Speisen werden von Schülerinnen und Schülern der Anna-Siemsen-Schule hergestellt.

Beteiligte/Kontakte
•    Die Nordstädter Kindertafel ist ein kooperatives Stadtteilprojekt des Diakonischen Werkes, der Nordstädter Kirchengemeinde, des Kinderhauses  "Spunk", und der Anna-Siemsen-Schule.
•    In regelmäßigen Arbeitsbesprechungen wurde das Projekt aufgebaut und weiterentwickelt.
•    In unserer Schule sind vorwiegend die Klassen der einjährigen Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege mit ihren Fachpraxislehrerinnen beteiligt, aber auch das Berufsvorbereitungsjahr und die Berufseinstiegsklassen.


Ideen und Ziele

•    Versorgung von Kindern der Nordstadt, die mittags von ihren Familien kein Essen bekommen, mit einer vollwertigen Mahlzeit,
•    Realisierung von handlungsorientiertem Unterricht in der Fachpraxis Hauswirtschaft, in dem die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, vollwertige Mahlzeiten zu planen und herzustellen,
unter Berücksichtigung folgender Kriterien:
•    Ernährungswissenschaft
•    Ökonomie
•    Ökologie.
zur Förderung von:
•    verantwortungsvollem, selbstständigem Handeln in der Gegenwart beim Arbeiten in der Schule (Hygienemaßnahmen, Zuverlässigkeit, Zeiteinteilung),
•    verantwortungsvollem, ökologischem Handeln bei der Versorgung einer Familie in der Zukunft (Anbieten von vollwertigen Mahlzeiten, Wirtschaften mit dem Haushaltsgeld, Organisation des Haushalts auch bei Berufstätigkeit),
•    verantwortungsvollem Umgang mit den Ressourcen der Zukunft.


Kosten und Finanzierung

•    Das Projekt wird ausschließlich von Spenden finanziert.*
•    Als Essraum wurde von der Nordstädter Kirchengemeinde ein Raum zur Verfügung gestellt.
•    Arbeitskosten für die Herstellung der Speisen fallen nicht an, da diese im Rahmen des fachpraktischen Unterrichtes   produziert werden.
•    Jede am Projekt beteiligte "Praxisgruppe" erstellt für das von ihr angebotene Menü eine Kostenberechnung. Somit können unterschiedlich teure Mahlzeiten ausgeglichen werden.


*Spendenkonto:
Diakonisches Werk, Sparkasse Hannover,  IBAN: DE63250501800000211494, Stichwort: "Kindertafel"


Vorgehen

Das Projekt Nordstädter Kindertafel begann im Herbst 1999. In einem Raum der Kirche wurde ein Essraum eingerichtet und mit Geschirr, Besteck, Geschirrspülmaschine und Mikrowelle ausgestattet. Eine Betreuerin steht für die Kinder während der Mahlzeiten zur Verfügung. Über die Nahrungsaufnahme hinaus steht auch die Kultur des gemeinsamen Essens in angenehmer Atmosphäre im Vordergrund.
Den Schülerinnen und Schülern der hauswirtschaftlichen Fachpraxisgruppen wird am Anfang des Schuljahres die Situation der betroffenen Kinder im Stadtteil geschildert und das Projekt vorgestellt. Die 15-18 jährigen Jugendlichen können sich gut in die Situation einfühlen und machen Menüvorschläge.
Nun gilt es, Rezepte herauszusuchen, Mengen zu bestimmen und Lebensmittel-Bestellungen zu schreiben. Um den Kindern der Nordstädter Kindertafel eine gesunde Nahrung anzubieten, müssen unsere Schülerinnen und Schüler lernen, Gerichte nach ihrer Vollwertigkeit zu beurteilen. In der Fachtheorie mit Lernfeldern werden Grundkenntnisse für eine gesunde Ernährung von Kindern erarbeitet. Pünktlich um 12:45 Uhr muss das Essen fertig sein.

Pressemitteilung : 20 Jahre Nordstädter Kindertafel

Gemüseauflauf, Fischgratin, italienische Reispfanne oder Frikadellen und Ofenkartoffeln mit Salat – das sind Beispiele für das Mittagessen-Angebot in der Nordstädter Kindertafel. Zum Nachtisch gibt es Rote Grütze, Flammeri, Obst, Joghurt mit Nüssen, Apfel

Das Projekt „Nordstädter Kindertafel“ startete im November 1999. Das Besondere: Vier unterschiedliche Partner kooperieren und bringen sich mit verschiedenen Aufgaben ein. Ein Ziel ist die Versorgung von Schulkindern mit einem warmen Mittagessen, bei denen zu Hause nicht die Möglichkeit dazu besteht. Die Anna-Siemsen-Schule ist für die Zubereitung der Mahlzeiten zuständig. Die benachbarte Nordstädter Kirchengemeinde stellt einen Raum in der Kirche zur Verfügung. Das Diakonische Werk Hannover kümmert sich um die Spenden. Denn das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert. Und SPOKUSA, der Verein für Sport, Kultur und soziale Arbeit beschäftigt Frau Dana Njie, die die Kinder fast von Anfang an betreut und den Brückenschlag zum Kinderhaus SPUNK bildet.

20 bis 25 Kinder nutzen momentan das Angebot der Nordstädter Kindertafel. Sie kommen zum Essen, aber auch um ihre Sorgen loszuwerden. Die Kontinuität der Betreuung ist dabei ganz wichtig, damit Vertrauen wachsen kann.

In den letzten Jahren wurden die Aktivitäten rund um die Kindertafel erweitert. Der kleine Garten der Anna-Siemsen-Schule wird von Dana Njie, den Kindern und Eltern bewirtschaftet, damit die Kinder lernen, dass das Essen nicht im Supermarkt wächst. Karotten, Radieschen und Rettich wurde in Kinderstiefeln gezogen. Geerntet wurden zum Beispiel Kürbisse, Rosenkohl, Birnen, Johannis- und Stachelbeeren. Leckere Marmelade wurde gekocht.

Immer wieder werden Begegnungen zwischen den Kindern der Nordstädter Kindertafel und den Schüler*innen der Anna-Siemsen-Schule organisiert. Die Kinder wurden zum Burger-Essen in die Schule eingeladen. Ein gemeinsames Kekse-Backen ist geplant.

In den Sommerferien fahren die Kinder zusammen mit Kindern aus dem Kinderhaus SPUNK fünf Tage in das Landschulheim der Tellkampfschule in Springe. Sonst hätten sie nicht die Möglichkeit, einfach mal wegzufahren. Bei der Fahrt gibt es jeweils ein Motto wie zum Beispiel Harry Potter oder auch Recycling.

Die Eltern der Kinder der Nordstädter Kindertafel bringen sich ebenfalls ein. An jedem ersten Freitag im Monat findet ein Elternabend statt, an dem Aktionen geplant oder durchgeführt werden. Gerade wurde ein Adventskalender gebastelt.

Im nächsten Jahr findet zum wiederholten Mal eine 4 tägige Fahrt zusammen mit den Eltern statt, dieses Mal in den Osterferien. Immer mehr Väter fahren mit. Die Eltern übernehmen das Kochen und planen Aktivitäten: Herstellung von Gipsmasken oder einem Igelhaus für den Garten, Tischtennis-Turnier, … Ganz wichtig ist der Austausch zwischen den Kulturen. Es geht darum, von den anderen zu lernen - gelebte Integration!

Dana Njie wird immer wieder von ehemaligen Kindertafel-Kindern besucht.

Eine absolviert ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin.

Einer ist inzwischen im Bereich Eventmanagement selbständig und unterstützt großzügig beim Equipment für das Laternen Tam Tam. Ein anderer ist Gas- und Wasserinstallateur und hat schnell den Wasserhahn repariert.

Es ist traurig, dass es weiterhin Kindertafeln geben muss. Aber solange die Notwendigkeit besteht, ist die Nordstädter Kindertafel für alle ein Segen.

Ein Hinweis noch zum Spendenkonto:

Diakonisches Werk, DE63 2505 0180 0000 2114 94,

Stichwort „Kindertafel“.

 

14.11.19